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Die 25-jährige Nadia Murad (geboren 1993 im Irak) ist UN-Sonderbotschafterin, Sprecherin der Jesiden und irakisch-jesidische Menschenrechtsaktivistin. Sie wurde mit dem Friedensnobelpreis im Jahr 2018 ausgezeichnet und veröffentlichte das Buch „Ich bin eure Stimme: Das Mädchen, das aus dem islamischen Staat entkam und gegen Gewalt und Versklavung kämpft“.

Als bei einem grausamen Überfall ihres jesidischen Dorfes 600 Männer getötet werden, darunter auch sechs ihrer Brüder, wird sie von IS-Terroristen nach Mossul in die IS-Hochburg verschleppt, dort versklavt und von IS-Kämpfern missbraucht. Nach ihrem zweiten Fluchtversuch gelingt es ihr durch eine bekannte muslimische Familie über die Grenze zu fliehen. Nadia wurde im Jahr 2015 in einer Gemeinschaftsunterkunft in Heilbronn untergebracht und lebt nun mit ihrem Verlobten anonym in Deutschland. Ihr Heimatdorf im Irak wurde erst im Mai 2017 befreit, dennoch befinden sich weiterhin viele Jesidinnen in den Händen der Islamisten.

Nadias Erfahrungen ließen sie nicht passiv werden, sondern sie teilte ihre Lebensgeschichte mutig der Öffentlichkeit mit. Ihr Ziel ist es, dass die Gräueltaten der IS gestoppt werden, die Frauen befreit und die Männer für ihre Taten vor Gericht verurteilt werden. Mit der weltweiten jesidischen Organisation Yazda setzt sie sich öffentlich und international dafür ein, dass die vielen jesidischen Frauen und Mädchen von der IS-Versklavung befreit werden und ein neues Leben beginnen können.

"Diese Welt hat nur eine Grenze. Sie heißt Menschlichkeit."

"Wenn Enthauptungen, sexuelle Sklaverei und Kindesvergewaltigung euch nicht zum Handeln bringen, wann werdet ihr dann handeln?"


Quelle Foto:
https://www.independent.co.uk/news/people/isis-sex-slave-nadia-murad-un-goodwill-ambassador-a7311221.html

Quellen Text:
Munzinger Online/Personen - Internationales Biographisches Archiv: Nadia Murad. Zugriff am 24.01.2019 unter http://www.munzinger.de/document/00000031518

Muriel Reichl (2018): Sie lässt sich nicht zum Schweigen bringen. Zugriff am 22.02.2019 unter https://www.zeit.de/gesellschaft/2018-10/nadia-murad-menschenrechte-aktivistin-friedensnobelpreis/seite-2